Vernetzter Kampf gegen das technisierte Verbrechen

Wenn Polizisten zu sorglos twittern, ärgert sich Holger Münch. Der BKA-Präsident der digitalen Generation hat große Pläne im Kampf gegen Cyberkriminalität. Dafür müssen die Ordnungshüter lernen, sich besser zu vernetzen.

Standardisierte Fortbildungen könnten laut Münch helfen, dass jeder Polizist mit neuen Deliktformen umzugehen lernt. „Wenn ein junger Mensch in die Polizeistation kommt und einen Datendiebstahl anzeigt, dann hat der nicht fortgebildete Polizeibeamte ein Problem“, sagte er. „Das Foto auf dem gesperrten Handy als Beweismittel zu sichern, das können heute nur Experten. Da müssen wir uns weiterentwickeln.“

Die Polizei müsse sich auch stärker den neuen Medien öffnen. Das BKA erarbeite eine Strategie für die eigene Kommunikation. Bald werde es auch eine digitale Lösung für Hinweise aus der Bevölkerung geben. Münch hat dabei eine Situation vor Augen wie beim Anschlag auf den Boston-Marathon 2013 mit Hunderten Zeugen: „Viele Bürger in dieser Republik wollen uns Hinweise geben, Beweismittel schicken, Fotos, Videos. Die müssen wir aufnehmen können.“

Der sorglose Umgang vieler Nutzer mit sozialen Netzwerken mache indes auch vor Polizisten nicht halt, gestand der BKA-Chef ein. Es komme vor, „dass Kollegen im Einsatz posten: Wir ziehen jetzt ab.“ Das sei unklug, weil andere Personen die Informationen missbrauchen könnten.

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